Das war der zweite IBU Junior Cup in Obertilliach (AUT)

Nach einigen Veränderungen in der Teamzusammensetzung ging das Junioren-Team des DSV in den zweiten IBU Junior Cup in Obertilliach (AUT). Mit dem Sieg der Single-Mixed-Staffel und dem Bronzerang von Hans Köllner im Einzel geht es erst einmal in eine längere Pause. Deutschland liegt in der Junioren- und Juniorinnenwertung und auch in der Staffelwertung jeweils knapp hinter Italien auf Rang zwei.

 

Hans Köllner wird Dritter im Einzel

Der zweite IBU Junior Cup in Obertilliach startete mit dem Einzel der Junioren. Erstmals war auch die französische Junioren-Nationalmannschaft am Start, Norweger und Schweden wurden weiterhin vermisst. Mit neunzehn Treffern von zwanzig Schüssen freute sich der Este Jakob Kulbin über den Sieg vor dem Kasachen Vadim Kurales (2 Fehler). Hans Köllner sicherte sich den Bronzerang vor dem Franzosen Valentin Lejeune (3 Fehler). Nach dem entscheidenden Anschlag noch auf dem Silberrang musste sich Köllner auf der Schlussrunde im Fernduell gegen den Kasachen knapp geschlagen geben. Köllner war von den deutschen Startern mit der sechsten Gesamtlaufzeit insgesamt der Schnellste in der Spur, lag dennoch knapp eine Minute hinter dem laufstarken Slowenen Lovro Planko. Am Ende fehlten Köllner 8,2 Sek. auf den Silberrang. Einen hervorragenden fünften Platz erreichte der Schweizer Felix Ullmann vor dem weiteren Franzosen Jacques Jefferies. Als Zehnter wurde Lukas Haslinger (2 Fehler) Bester aus dem österreichischen Team. Der Pole Konrad Badacz konnte seine siegreiche Serie aus Martell nicht fortsetzen und platzierte sich nach vier Fehlern nur als 32. 

Die weiteren deutschen Platzierungen:

12. Albert Engelmann (3 Fehler)

18. Franz Schaser (4 Fehler)

26. Dorian Endler (5 Fehler)

30. Fabian Kaskel (5 Fehler)

59. Tim Nechwatal (7 Fehler)

 

Johanna Puff beste Deutsche im Einzel 

Bei den DSV-Juniorinnen schöpfte man mit sieben Läuferinnen die komplette Startquote aus. Neu im Team waren Iva Moric, Charlotte Gallbronner und Julia Tannheimer. Selina Kastl und Natalie Keller reisten nicht nach Obertilliach; Keller startete im Deutschlandpokal am Arber. Das Einzel über 12,5 km gewann Oceane Michelon. Sie war die Woche zuvor im IBU Cup in Idre am Start. Die Französin verfehlte erst im letzten Schießen eine Scheibe. Dennoch war ihr Sieg nicht in Gefahr. Michelon verdrängte die bis dahin Führende Belgierin Maya Cloetens, die ebenso im vierten Anschlag einen Schießfehler hatte auf den Silberrang. Das Podest komplettierte nach zwanzig Treffern die Tschechin Katerina Pavlu. Anna Andexer aus Österreich kam trotz drei Schießfehler auf den vierten Rang gefolgt von der Slowakin Ema Kapustova und der Italienerin Linda Zingerle. 

Johanna Puff lief als Beste aus dem deutschen Juniorinnenteam auf den siebten Platz. Puff verfehlte insgesamt drei Scheiben, brachte im letzten Schießen die Null und legte eine hervorragende Schlussrunde hin. Am Ende verpasste sie die Flower-Ceremony um nur 0,8 Sek.

Marlene Fichtner schoss drei fehlerfreie Serien, lag auf Podestkurs und verfehlte schließlich im letzten Anschlag zwei Scheiben. Am Ende kam sie auf Rang zehn. Hinter ihr platzierte sich die neu ins Team gerückte Iva Moric. Moric brachte alle zwanzig Schüsse ins Ziel, kam aber läuferisch nicht an die Spitzenzeiten heran und platzierte sich hinter Fichtner als Elfte, gefolgt von Magdalena Rieger (3 Fehler) auf Platz 12.

Die weiteren deutschen Platzierungen:

18. Charlotte Gallbronner (2 Fehler)

25. Julia Tannheimer (5 Fehler)

43. Julia Kink (6 Fehler)

 

Deutsche Mixed-Staffel siegt

Marlene Fichtner, Magdalena Rieger, Albert Engelmann und Hans Köllner gewannen die Mixed-Staffel vor Italien, Frankreich, der Ukraine, Slowenien und Polen.

Zusammen benötigten sie nur fünf Nachlader und hatten im Ziel einen Vorsprung von 17,6 Sek. Marlene Fichtner als Startläuferin brachte ihr Team gut ins Rennen, nur stehend benötigte sie einen Nachlader und schickte Magdalena Rieger an vierter Position mit lediglich 8,8 Sek. Rückstand auf die Spitze ins Rennen. Die ersten sechs Staffeln lagen zu diesem Zeitpunkt noch innerhalb 17 Sek. Magdalena Rieger blieb liegend fehlerfrei, hielt sich klug im Windschatten an dritter Position. Nach fünf weiteren Treffern im Stehendanschlag verließ sie zeitgleich mit der Französin den Schießstand und kam in Führung liegend zum Wechsel. Mit 3,1 Sek. Vorsprung vor Frankreich übernahm Albert Engelmann, Slowenien und Italien folgten mit deutlichem Abstand dahinter. Sowohl Albert Engelmann als auch der Franzose benötigten im Liegendanschlag einen Nachlader, blieben auch auf der nächsten Runde zusammen und wechselten sich auf dem Weg zum Stehendanschlag in der Führungsarbeit ab. Engelmann brachte eine saubere Fünferserie und verließ den Schießstand als Erster mit nunmehr deutlichem Vorsprung von 18,9 Sek., da der Franzose erst mit drei Nachladern die Scheiben fallen ließ. Engelmann brachte die sogar noch ausgebaute Führung zum Wechsel. Nunmehr lag es am Schlussläufer Hans Köllner. Auf der Runde gut unterwegs kam er auf Schießbahn eins zum Liegendanschlag und machte es spannend. Erst mit seinen drei Nachladepatronen räumte er ab und vom großen Vorsprung blieben nur mehr 4,1 Sek. auf die zwischenzeitlich an die zweite Position gerückten Italiener. Auch Köllner teilte sich seine Kräfte gut ein, gab auf der Runde zum Stehendanschlag nicht alles, brachte die Null und lief als Führender Richtung Ziel. In seiner Schlussrunde zählte er zu den Schnellsten und brachte den Sieg für die deutsche Mixed-Staffel sicher ins Ziel.

Johanna Puff musste zuvor bereits krankheitsbedingt aus Obertilliach abreisen.

 

Single Mixed-Staffel

Julia Tannheimer und Franz Schaser starteten in der Single-Mixed-Staffel. Nach elf Nachladern und zwei Strafrunden landeten sie auf Rang neun. Der Sieg ging an die Slowaken (2 Strafrunden, acht Nachlader), gefolgt von Österreich mit Anna Andexer und Lukas Haslinger (11 Nachlader) mit nur 8 Sek. Rückstand. Weitere 4,7 Sek. dahinter platzierte sich das Team aus der Schweiz mit Chiara Arnet und Mathis Profit nach ebenfalls 11 Nachladern.

 

Albert Engelmann Vierter und Julia Tannheimer Sechste im Sprint

Am Abschlusstag standen noch Sprints auf dem Programm. Bei 122 Startern kam der mit Nr. 93 ins Rennen gestartete Albert Engelmann nach fünf Treffern im Liegen in aussichtsreicher Position zum Stehendschießen. Nach einer Strafrunde kam er vorerst als Dritter hinter dem Slowenen Lovro Planko und dem Franzosen Jacques Jeffries ins Ziel. Nach zwei fehlerfreien Serien lief aber der spät mit Startnummer 113 gestartete Italiener Nicolo Betemps zum Sieg und verdrängte Engelmann vom Podest.

Die weiteren deutschen Platzierungen:

8. Hans Köllner (1:0, + 47,1 Sek.)

21. Tim Nechwatal (0:2, + 1:20,4 Min.)

53. Fabian Kaskel (1:1, + 2:43,0 Min.)

Dorian Endler und Franz Schaser gingen nicht an den Start.

 

Wie bei den Junioren holte sich auch später bei den Juniorinnen eine spät Gestartete den Sieg. Lange sah Anna Andexer aus Österreich als die Siegerin aus und wurde schließlich von Anaelle Bondeux (FRA) auf Rang zwei verwiesen. Maya Cloetens aus Belgien komplettierte das Podest. Aus deutscher Sicht waren auch Charlotte Gallbronner und Julia Tannheimer erst mit einer späten Startnummer ins Rennen gegangen. Gallbronner arbeitete tadellos am Schießstand, mit ihrer Laufleistung kam sie zwar nicht an die Spitze heran, belegte aber einen respektablen zehnten Platz. Anders Julia Tannheimer. Sie war läuferisch hervorragend unterwegs und kam trotz je einer Strafrunde aus beiden Anschlägen auf Rang sechs ins Ziel.

Die weiteren deutschen Platzierungen:

26. Magdalena Rieger (0:3, 2:06,4 Min.)

30. Marlene Fichtner (1.1, + 2:16,9 Min.)

34. Iva Moric (0:0, + 2:30,6 Min.)

Julia Kink war nicht am Start.

 

In der Nationenwertung bei den Juniorinnen liegt Italien mit 30 Punkten Vorsprung vor Deutschland, bei den Junioren führt ebenfalls Italien vor Deutschland, dazwischen liegen 46 Punkte und auch in der Staffelwertung liegen die Italiener vor den Deutschen; hier trennen die beiden Nationen drei Punkte.

 

In der IBU Junior Cup-Serie steht nun eine längere Pause an. Der nächste Wettkampf findet vom 06. bis 11. Februar 2023 in Haanja in Estland statt, bevor sich die Junioren-Europameisterschaft in Madona (LAT) vom 13. bis 19. Februar 2023 anschließt. Die Serie findet ihren Abschluss mit der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft vom 01. bis 13. März 2023 in Shchuchinsk (KAZ).

 

Ilka Schweikl für www.biathlon-nachwuchs.de