Ereignisreiche Tage beim 8. Kati-Camp powered by HYLO in Oberhof

Kati-Camp powered by HYLO in Oberhof
Kati-Camp powered by HYLO in Oberhof

Endlich konnte Kati Wilhelm, mehrfache Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Gewinnerin des Gesamt-Weltcups, die Tore ihres Kati-Camps wieder öffnen. Zum achten Mal lud sie im Oktober 2021 die besten Nachwuchsbiathleten aus sieben Landesverbänden zu sich nach Oberhof zu einem kostenlosen Trainingswochenende ein. Vieles hatte sich bei den Camps zuvor bewährt aber einiges stand erstmals auf dem Programm. In diesem Jahr war auch der Deutsche Skiverband mit an Bord und es wurden Jungs und Mädels der AK 16 eingeladen. Dem Nachwuchs-Cheftrainer des Deutschen Skiverbands, Zibi Zclufcik, war es ein Anliegen, dass diese Altersklasse, die die Umstellung vom Luftgewehr auf das Kleinkaliber bereits hinter sich hat, Erfahrungen sammelt. Organisatorisch war das nicht nur für Kristin Redanz, die Assistentin von Kati Wilhelm, ein Kraftakt, sondern auch für Eltern und Betreuer, denn der Transport und die Verwahrung der Gewehre bedarf besonderer Sorgfalt und unterliegt strengen Bestimmungen.

Kati Wilhelm - Foto: © Harald Deubert foto-deubert.de
Kati Wilhelm - Foto: © Harald Deubert foto-deubert.de

 Ohne Sponsoren wäre der Spaß nicht möglich

 

Nach dem allgemeinen Einchecken, Ankommen und der Zimmerverteilung in Wagners Sporthotel in Oberhof wurden die Teilnehmer nach einem ersten gemeinsamen Mittagessen mit einheitlichen Jacken von der Firma Maloja ausgestattet. Kati Wilhelm arbeitet mit dem oberbayerischen Unternehmen, das eine große Leidenschaft für nordische Sportarten entwickelt hat, seit knapp zwei Jahren zusammen und war stolz, dass Maloja dieses Sponsoring übernahm. Aber dass überhaupt ein Camp stattfinden konnte, ist der Firma Ursapharm, Saarbrücken, zu verdanken. Mit ihrer Marke HYLO hat sie das Hauptsponsoring übernommen. „Augengesundheit liegt uns am Herzen und mit HYLO unterstützen wir seit Jahren Spitzensportler und Vereine – regional und überregional. Es ist für uns eine besondere Herzensangelegenheit, Teil der Kati Wilhelm Initiative Kati-Camp zur Förderung der Biathlon Nachwuchstalente zu sein. Gerade im Biathlon ist ein klarer Blick entscheidend für den Erfolg. Spitzenleistung ist stets unsere Philosophie, somit haben wir mit Kati als unsere Markenbotschafterin die optimale Besetzung,“ so die zuständige Leiterin der Marketingabteilung Barbara Sold, die es sich nicht nehmen ließ, das Kati Camp persönlich zu besuchen.

Erstklassiges Betreuerteam

 

Gleich am Freitagnachmittag standen nach einer kurzen Laufrunde zum Grenzadler zwei interessante Einheiten auf dem Programm. Zum einen die Besichtigung des Technologiezentrums des Deutschen Skiverbandes und des Wachstrucks der Deutschen Biathlon-Nationalmannschaft unter fachkundiger Leitung des Cheftechnikers Andreas Emslander. Zum anderen Waffenkunde beim international bekannten Büchsenmacher und Waffenmeister Sandro Brislinger. Von ihm konnten die jungen Sportler Wichtiges und Interessantes zum Umgang mit ihrer Waffe erfahren und erhielten wertvolle Tipps und Anleitungen zur Pflege ihres Sportgeräts. Anschließend wurden drei Gruppen gebildet, die in der Sporthalle und im Freien im Wechsel vom mehrfachen Langlauf-Weltmeister, Weltcupsieger und Gewinner zweier olympischer Silbermedaillen, Axel Teichmann, angeleitet wurde. Teichmann achtete akribisch auf die richtige Ausführung der Koordinationsübungen und mahnte leichte Defizite an. Eine weitere Gruppe führte Jesko Fischer, früherer Cheftrainer des Nachwuchskaders 2. Fischer ist an die Trainerakademie des DSV gewechselt und nunmehr als Ausbilder für die Weiterbildung der Trainer in der B- und C-Lizenz verantwortlich. Die dritte Gruppe leitete Milena Eimann. Sie absolviert im dritten Jahr ein duales Studium beim Niedersächsischen Skiverband und der Sporthochschule in Köln, das sie voraussichtlich in einem Jahr als Diplom-Trainerin beendet. Bis 2017 war sie selbst Biathletin. Nach dem zweistündigen anstrengenden Athletik-, Koordinations- und Stabitraining trafen sich Athleten und Betreuer zu einem gemütlichen Grillabend und die Nachwuchsbiathleten aus sieben Landesverbänden (Sachsen, Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg, Westdeutscher Skiverband, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) lernten sich besser kennen.

NADA-Workshop und Einheiten in der Skihalle

 

Am Samstag früh lief Kati Wilhelm mit den Jungs und Mädels zur Skihalle. Dort stand am Vormittag Skitechnik mit Axel Teichmann auf dem Programm. Er arbeitete mit jedem Nachwuchsbiathleten an der Lauftechnik. Später der interaktive NADA-Workshop „Gemeinsam gegen Doping. Keiner der Camp-Teilnehmer musste sich bisher einer Doping-Kontrolle unterziehen und von den NADA-Referenten wurde der genaue Ablauf aufgezeigt. Von der NADA werden pro Jahr circa 13.000 Testungen vorgenommen und die jungen Athleten wurden im Hinblick auf Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sensibilisiert. Meistens sind es verunreinigte NEM, die zu einer positiven Dopingprobe führen, so die Referenten, die weiter angaben, dass nach einer durchgeführten Umfrage ca. 90 % der 16jährigen Sportler NEM konsumieren.

Schießtraining mit Peter Sendel

 

Nach dem Mittagessen stand Schießtraining mit dem DSV-Disziplintrainer der LG 1b der Damen Peter Sendel auf dem Programm. Bei strahlendem Sonnenschein am „Teller“, dem Schießstand am Bundeswehrgelände am Grenzadler, wurden die Teilnehmer mit ihren Waffen erst einmal „vermessen“. Sendel wurde unterstützt von Milena Eimann und Toni Schmidt, Stützpunkttrainer in Oberhof und dort zuständig für die Jugend II weiblich und Juniorinnen. „Nullpunktkontrolle, richtiges Liegen – daran denken, im Winter habt ihr Ski an den Beinen, und im Sommer am Besten auch mit Handschuhen schießen, so hinstellen, dass keine Spannung im Körper entsteht: hinstellen – Augen zu – entspannt stehen“, so Peter Sendel. Ein weiterer Punkt war das Beobachten und richtige Einschätzen der Windfahnen. Das klappte nicht auf Anhieb und wurde tags drauf noch einmal geübt. Auf der Laufrunde zurück zum Hotel führte Jesko Fischer die Jungs und Mädels an die Schanzenanlage im Kanzlersgrund und dort die 742 Stufen zum Turm der Hans Renner-Schanze (120 Meter) hoch.

„Ausdauer-Sport bedeutet, dass es dauert“

 

Am Abend hat Kati einen Bustransfer zu ihrem Lokal „Heimatlon“ in Steinbach-Hallenberg organisiert, wo leckere Urfladen aufgetischt wurden. Die Fladen werden im Holzofen nur mit regionalen Zutaten gebacken. Die Verwertung regionaler Produkte ist Kati als Thüringer Genussbotschafterin sehr wichtig. „Nachdem ich das sieben Jahre alleine durchgezogen habe, freue ich mich, dass der Deutsche Skiverband an Bord ist“, so Kati Wilhelm in ihrer Begrüßung, und weiter „ich freue mich auch, dass Frau Sold von HYLO da ist, die das erst möglich gemacht hat durch ihre finanzielle Unterstützung. Zibi Slufczik meinte, dass die Unterstützung des Kati-Camps durch den DSV für ihn eine logische Konsequenz war. Er bedankte sich neben HYLO auch beim gesamten Betreuerteam. An die jungen Teilnehmer gerichtet sagte er: „Ihr habt hier mit Leuten zusammengearbeitet, die schon verschiedene Nationalmannschaften betreut haben, Olympiasieger oder Weltmeister in verschiedenen Disziplinen gewesen sind. Es ist schon Wahnsinn, wer aller dem Ruf von Kati folgt; das Programm kann sich sehen lassen. Für uns ist es wichtig, dass wir euch die Möglichkeit geben, euch weiter zu entwickeln, euch alle Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, damit ihr den Übergang vom Luftgewehr zum Kleinkaliber so leicht wie möglich gestaltet. Das ist nicht ganz einfach. Wir betreiben eine „Ausdauer-Sportart“, das bedeutet, dass es „dauert“ bis man etwas erreicht hat. Und solange man zielstrebig ist, geht es auch voran. Ich kenne keinen Weltklasseathleten, der Erfolg auf dem Weg des geringeren Widerstands erreicht hat. Nein, es tut weh und es ist hart; es sind viele Niederlagen, die dazu gehören, denn bei Niederlagen lernt man am meisten. Ihr seid als AK 16 auf dem Beginn einer langen Reise und ich hoffe, dass wir uns auf dieser Reise noch öfters sehen.“

Staffel-Abschlusswettkampf

 

Bevor die am Abend zuvor ausgelosten Staffeln starteten führte Peter Sendel noch eine Leistungskontrolle, bestehend aus einer Ringserie, einem Shoot-Out und einem Windfahnentest, durch. Bei den Jungs siegte Korbinian Kübler (SC Hammer), bei den Mädels Antonia Schramm (WSV Oberhof). Beim Abschlusswettkampf mussten die Viererteams die 600-Meter-Runde drei Mal laufen und dazwischen einmal liegend und einmal stehend schießen. Die Teams gingen hochmotiviert ins Rennen und feuerten sich lautstark an. Bei der anschließenden Siegerehrung im Hotel zog Kati Wilhelm ein durchaus positives Resumee zur achten Auflage des Kati-Camps, dankte allen Helfern und vor allem den Heimtrainern und den Eltern, für ihr Engagement. „Es war wahnsinnig viel Input, aber ich glaube ein passendes Paket, es wurde viel angesprochen, wo einfach in der Basis darauf geachtet werden muss, worauf aufgebaut werden kann“, so Kati Wilhelm. Wie Kati uns verriet, ist sie ehrenamtlich als Trainerin im Nachwuchsbereich tätig und hat sich die eine oder andere Idee genau angesehen. Dass Axel Teichmann aus dem Langlaufbereich ihrem Ruf gefolgt ist, freute sie besonders. Ihr Wunsch ist, dass es übergreifend funktioniert, vor allem im Nachwuchsbereich im Hinblick auf eine gemeinsame Konzeptentwicklung.

 

Ergebnis des Staffelwettkampfs:

 

1. Alexander Finze, Antonia Reitmaier, Korbinian Kübler, Milena Eiman/Kati Wilhelm

2. Noah Schüttler, Lena Siegmund, Maximilian Schneider, Annalena Knab

3. Max Grimm, Lilian Zurawski, Moritz Bergt, Sophie Wetzel

4. Finn Zurnieden, Jana Bottesch, Felix Schmidt, Leni Dietersberger

5. Tom Richter, Sophie Hügel, Justus Teiche, Paula Dreßler

6. Vitus Vonnahme, Hermine Kirmse, Fabian Gehmeier, Antonia Schramm

7. Clemens Böhme, Rosa Strobl, Wyn Kirchhöfer, Elsa Schulz

Stimmen der Camp-Teilnehmer

Elsa Schulz (TuS Dippoldiswalde/Sachsen): Es war sehr schön, wir haben viel gelernt und auch viel gemacht. Ich fand es sehr hilfreich, dass so viele und tolle Leute dabei waren, von denen man viel lernen konnte, vor allem was die Technik auf dem Ski angeht.

 

Hermine Kirmse (SG Blau-Weiss Zwenkau/Sachsen): Es war auf jeden Fall eine schöne Erfahrung, man konnte sehr viel lernen und mal von jemandem anders hören, wie er das trainieren würde. Es war eine schöne Gruppenerfahrung hier und es hat auf jeden Fall unsere Altersklasse sehr zusammengebracht und gestärkt. Ich glaube wir sind durch die zwei Tage hier viel mehr zusammengewachsen.

 

Sophie Wetzel (TSG Sehma/Sachsen): Auf jeden Fall ist der Zusammenhalt total stärker geworden. Ich habe auch so viel Neues lernen können, viele Fehler wurden teilweise verbessert. Ich kann richtig viel mitnehmen.

 

Antonia Schramm (WSV Oberhof/Thüringen): Zur Umstellung der Waffe war es eine große Hilfe bei Sandro Brislinger, dass er uns alles gezeigt hat, auch wie man die Waffe putzt und was wichtig ist dabei; er hat uns klargemacht, wie wichtig das überhaupt ist.

 

Lena Siegmund (Großbreitenbacher SV/Thüringen): Bei den Athletikeinheiten fand ich gut, dass wir neue Übungen gemacht haben; es wurden auch andere Muskelgruppen beansprucht, die man sonst nicht trainiert.

 

Justus Teiche (WSV Oberhof/Thüringen): Ich nehme ein paar Übungen mit aus der Skieinheit und auch aus der Krafteinheit; das Skitechniktraining hat mir am besten gefallen.

 

Felix Schmidt (SV Motor Tambach-Dietharz/Thüringen): Ich habe viel Neues gelernt, vor allem auch bei der Technik in der Skihalle, und auch bei den Dehnübungen war vieles neu. Bei Sandro Brislinger war es auch sehr interessant, wir haben viel über die Waffe gelernt, wie viel es ausmachen kann, wenn man nicht richtig putzt.

 

Moritz Bergt (SG Klotzsche/Sachsen): Es hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, vor allem, dass man viele neue Freunde gefunden hat, viel Teamarbeit gemacht hat und ich denke mal, ich kann auf jeden Fall daran arbeiten, das Schießen zu verbessern und das Üben mit den Windfahnen war schon sehr praktisch.

 

Text: Ilka Schweikl - Fotos Harald Deubert