Marinus Veit kurzfristig zur JWM berufen

Der 20jährige Bayrischzeller Marinus Veit (SC Bayrischzell) wurde vom Deutschen Skiverband kurzfristig ins Team der Teilnehmer an der Jugend- und Juniorenweltmeisterschaft in Otepää berufen. Als er nach den letzten Qualifikationswettkämpfen in Altenberg erfuhr, dass er „nur“ erster Nachrücker bei den JWM-Teilnehmern sei, war er ziemlich am Boden zerstört. Dass er in Altenberg krank und angeschlagen beim Massenstart antrat, bezeichnet er im Nachhinein als „nicht schlau“. Die Verfolgung konnte er dann ohnehin nicht mehr laufen.

Jetzt ist er ins Team nachgerückt, nachdem Sven Lohschmidt wegen einer Erkrankung absagen musste.

 

Hatte schon abgeschlossen mit der JWM!

 

Nachvollziehbar, dass man ein kleines Gefühlschaos durchlebt, wenn man kurz vor Erreichen des Hauptziels kapituliert, sich der Realität beugen, diese Situation annehmen und den Traum begraben muss und wenn dann ein simpler Anruf alles wieder umkehrt.

Marinus Veit hat in der letzten Woche gedanklich mit der JWM abgeschlossen, aber nach überstandener Erkältung bei perfekten Trainingsbedingungen gut in Ruhpolding bei Rudi Schöllmann weitertrainiert. Und es sollte sich jetzt für ihn auszahlen, dass er den Kopf nicht gleich komplett in den Sand gesteckt hat.

 

Bereits über Otepää informiert

 

In Oetpää war Marinus Veit noch nie, aber er hat viel darüber gelesen und sich Videos angesehen, von hochkarätigen Langlaufevents, die dort immer wieder stattfinden. Diese Infos hat er bereits im Sommer immer wieder in sein Training einfließen lassen. „Die Strecke soll knallhart sein und das Profil extrem – sehr viele Berge und Anstiege, ähnlich wie in Nove Mesto, aber das liegt mir und ich freu mich drauf“, erklärt uns Marinus Veit, der im Übrigen hofft, dass der Schießstand nicht allzu windanfällig ist.

 

Lieblingsdisziplin

 

Marinus Veit hat keine ausgesprochene Lieblingsdisziplin. Egal ob Einzel, Sprint oder Verfolger: „Mir liegen alle Bewerbe“, so Marinus Veit, der im Einzel in Ridnaun mit 20 Treffern den fünften Rang belegt hat. Er ist sehr zuversichtlich, dass er sein volles Leistungsvermögen beim Einzelbewerb abrufen kann. „Ich bin sehr motiviert und ich freu mich auf die Wettkämpfe“, und weiter, „wenn ich meine Schießleistung abrufen kann, bin ich ein Kandidat dafür.“ Sein Höhepunkt wäre allerdings, wenn er die Junioren-Staffel laufen dürfte. „Natürlich sollen die vier Besten für Deutschland laufen und ich gebe mein Bestes, aber ein Staffeleinsatz wäre mein Höhepunkt“, so Marinus Veit.

 

Was muss unbedingt mit?

 

Dass er für sich alles in kürzester Zeit organisieren musste war nicht ganz einfach. Er ist von zu Hause aus direkt zum Flughafen angereist und dort zum Team gestoßen.

Und unsere obligatorische Frage, was unbedingt ins Gepäck muss, auch an Marinus Veit: Bücher! In erster Linie von seinem Lieblingsautor Sergio Bambaren. Aber auch das Buch von Martin Fourcade ist auf der „Warteliste“. Lesen entspannt ihn, da kann er abschalten. Und dann noch der Fotoapparat, um coole Fotos in Estland zu schießen.

 

Wir wünschen Marinus Veit alles Gute, viel Erfolg – und bleib gesund - in Estland.

 

Ilka Schweikl für biathlon-nachwuchs.de