Marinus Veit und sein schwieriger Start in die Saison

Marinus Veit
Marinus Veit

Der Bayrischzeller Marinus Veit (20) ist der älteste Junior im deutschen C-Kader. Diesen Status hatte er als einziger der Jungs des Junioren-Teams bereits in der vergangenen Saison und konnte dadurch in der IBU-Junior-Cup-Serie schon wertvolle Erfahrungen bei internationalen Wettkämpfen sammeln. Er trainiert in der Trainingsgruppe von Kristian Mehringer in Ruhpolding. Der Start in die neue Saison lief für ihn allerdings nicht nach Plan. Mit einem 46. und einem 38. Platz beim IBU Junior Cup in Obertilliach, obwohl er sich am Schießstand jeweils nur einen Fehlschuss leistete, blieb er mit knapp drei Minuten Laufrückstand weit unter seinen Möglichkeiten. Wir haben Marinus Veit beim 2. IBU Junior Cup in Ridnaun getroffen und nachgefragt.

 

„Im Frühjahr habe ich so gut trainiert wie noch nie und mich super gut gefühlt, zur Deutschen Meisterschaft haben wir das Training dann umgestellt und etwas ausprobiert, hohe Intensitäten trainiert, umgestellt von Ausdauer auf Schnelligkeit und da hat mein Körper nicht mitgemacht.“

Marinus Veit
Marinus Veit

Wenn der Körper streikt

Bei den Wettkämpfen zur Deutschen Meisterschaft am Arber erzielte Marinus Veit keine zählbaren Ergebnisse, in Ruhpolding konnte er wegen einer Stirnhöhlenentzündung erst gar nicht mehr an den Start gehen und ist dann, wie er selbst sagt, „erst einmal ziemlich in ein Loch gefallen“. Eine Leidenszeit begann: abwechselnd eine Woche krank, eine Woche Training – immer wieder musste er Rückschläge durch Infekte hinnehmen und als er dann endlich wieder erholt war und ins Training einsteigen konnte, zog er sich bei einem Crosslauf eine Bänderüberreizung im rechten Fuß zu, mit dem Ergebnis, dass er zwei Wochen kaum gehen konnte. „Ich bin ein ehrgeiziger Typ und habe immer wieder versucht, dass ich in die Spur komme, obwohl die Vorbereitung alles andere als gut für mich gelaufen ist“, so Marinus Veit.

Marinus Veit
Marinus Veit

Ein weiterer gesundheitlicher Rückschlag

Zu allem Überfluss wurde dann am nationalen trainingswissenschaftlichen Zentrum an der Uni Leipzig eine Überfunktion seiner Lunge festgestellt, eine Art „Kälteasthma“. Eine fatale Diagnose für einen Wintersportler. Die Lunge von Marinus Veit reagiert bei hoher Belastung in der Kälte mit vermehrter Schleimbildung damit die Lunge nicht austrocknet; ein normales Atmen wird unmöglich. Und genau so war es in Obertilliach. „Ich habe über 10 % Laufrückstand gehabt, das war extrem frustrierend für mich“, so Marinus Veit, und weiter, „ich bekam keine Luft, es hat sich alles gedreht, ich war überhaupt nicht mehr im Rennen und habe überlegt, wo ich jetzt bin und was ich da mache“.

Das Lungenproblem wird derzeit mit einem Medikament behandelt und langsam tritt Besserung ein. Auch die Ärzte sind zuversichtlich, dass es mit dem neuen Medikament klappt. In Ridnaun lief Marinus Veit im Einzel auf 15 und im Sprint auf 25.

Klares Ziel: Juniorenweltmeisterschaft

Der Höhepunkt ist für Marinus Veit die Junioren-Weltmeisterschaft (JWM) – den IBU Junior Cup sieht er als Weg dorthin. Probleme die jetzt auftauchen, an denen kann er arbeiten und sich von Woche zu Woche verbessern. „Ich hoffe, dass ich mich für die JWM qualifiziere. Wichtig ist nur, dass sich mein Körper wieder an die Belastung gewöhnt und ich von weiteren Krankheiten und Verletzungen verschont bleibe. Der Herbst und die Vorbereitung waren nicht zufriedenstellend, aber es sind noch zweieinhalb Monate bis zur JWM und da kann noch viel passieren und wenn ich die beste Saisonleistung bei der JWM abrufen kann, dann habe ich mein Ziel erreicht,“ so ein zuversichtlicher Marinus Veit.

Mit seiner Schießleistung ist er zufrieden; da hat er sich gegenüber der letzten Saison sogar noch steigern können.

 

C-Kader startet beim Biathlon auf Schalke

Weihnachten hat Marinus Veit im Kreise der Familie verbracht. Gleich danach geht es mit dem kompletten C-Kader zum Biathlon auf Schalke. Dort wird Marinus Veit zum ersten Mal vor ca. 25.000 Zuschauern an den Start gehen. „Das ist zwar nicht der wichtigste Wettkampf, aber es wird mental eine große Erfahrung und ein wichtiger Baustein für uns sein“, meint Marinus Veit, und „dann hoffe ich, dass das ganze Team gut über Weihnachten und Silvester kommt und wir mit genau dem Aufwärtstrend dann zur Quali für die JWM und nach Polen zum nächsten IBU Junior Cup fahren.“

 

Ilka Schweikl für biathlon-nachwuchs.de