Alpencup bleibt feste Institution -  Die Biathlon Serie für die Nachwuchs-Biathleten der Alpenländer

Ivan Lechthaler
Ivan Lechthaler

In Obertilliach (AUT) wurde am vergangenen Wochenende auch die Biathlon-Alpencup-Saison beendet. Nach Lenzerheide (SUI), Oberwiesental (GER, als Ersatzort für den Arber) und Bormio (ITA) war dies die vierte und letzte Station. Wir wollten etwas mehr über den Alpencup erfahren, vor allem was der Grundgedanke bei seiner Einführung war und haben bei Ivan Lechthaler, dem Koordinator des Alpencups, nachgefragt.

 

 

 

Lechthaler ist seit vier Jahren Alpencup-Koordinator für die Schweiz. Offiziell hat er die Gesamtkoordination der Serie bereits zu Beginn der Saison 2016/17 von Franz Berger übernommen, da dieser mit den Vorbereitungen zur Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen zeitlich voll ausgelastet war. „Bei heiklen Fragen stehe ich aber in Kontakt mit Franz Berger“, so Lechthaler.

 

Alpencup Lenzerheide 2016
Alpencup Lenzerheide 2016

Früher internationaler Vergleich der Biathlon-Jugend

 

Grundgedanke des Alpencups war und ist, dass vor allem jungen Biathleten die Möglichkeit geboten wird, sich bereits früh einem internationalen Vergleich stellen zu können. International bedeutet in diesem Fall beschränkt auf die Alpenländer Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Slowenien und Frankreich. Je ein Vertreter aus diesen Ländern bildet das Alpencup-Komitee. Dieses Gremium entscheidet auch darüber, wer letztlich Veranstalter eines Alpencups wird.

 

In der letzten Saison hat man versucht, den Alpencup zusammen mit der neu installierten IBU-Junior Cup-Serie durchzuführen. Schnell kam man davon wieder ab; die Teilnehmerzahlen wurden total unterschätzt und gerade die Jugend-Biathleten, die keinesfalls benachteiligt werden sollten, mussten bereits beim zweiten Bewerb zu Hause bleiben.

 

Ivan Lechthaler
Ivan Lechthaler

IBU Junior Cup ist keine Konkurrenz

 

Dass sich der IBU Junior Cup so schnell und so gut etabliert, konnte nicht vorhergesehen werden, ist aber mehr als positiv zu werten. In der gerade abgelaufenen Saison wurden die beiden Serien erfolgreich wieder getrennt voneinander durchgeführt. Ivan Lechthaler sieht den IBU Junior Cup auch nicht als Konkurrenz zum Alpencup. „Das Alpencup-Komitee war von Anfang an in das Konstrukt IBU Junior Cup involviert und ich sehe den Alpencup als Vergleich für die Jugend-Athleten und das sieht man auch an den jeweiligen Teilnehmerzahlen“, so Lechthaler. Während beim IBU Junior Cup pro Nation höchstens sieben Biathletinnen und Biathleten starten können, gibt es beim Alpencup keine zahlenmäßige Beschränkung.

 

Terminkoordination ist nicht einfach

 

Was für Ivan Lechthaler allerdings zunehmend schwieriger wird, ist die Festlegung der Termine. „Das mit den Terminen ist wirklich nicht einfach. Früher konnten wir im März definitiv die Termine für den Alpencup fixieren. Nun mit dem IBU Junior Cup müssen wir warten bis im Frühling die IBU über die Termine entschieden hat. Aber wir sind mit dem Race-Director Arne Eidam in Kontakt und wissen „in etwa“ wann die Termine sind. Aus diesem Terminplan schauen wir, wo wir die vier Bewerbe des Alpencups unterbringen“, erklärt uns Ivan Lechthaler, der früher Regionaltrainer in der Schweiz war und nun der sportliche Leiter am Biathlonstützpunkt Ostschweiz in der Lenzerheide.

 

Die Zukunft des Alpencups

 

Wenn sich nationale Termine mit denen des  Alpencups überschneiden, kommt es leider vor, dass die großen Nationen, insbesondere Italien und Deutschland, gar keine Teilnehmer zum Alpencup entsenden. „Das ist natürlich auch für den jeweiligen Alpencup-Veranstalter sehr schade“, so Lechthaler. In Obertilliach fand nun die Frühjahrssitzung statt und diese sei sehr konstruktiv verlaufen, lässt uns Lechthaler wissen. „Nach meiner Meinung ist der Alpencup noch nie so gestärkt aus einer Sitzung gekommen. Dank der Initiative von Österreich zusammen mit den Slowenen und den Schweizern wird der Alpencup auf jeden Fall weitergeführt werden; es wird der Versuch gestartet, diesen sogar auszubauen. Dies betrifft nicht die Anzahl der Wettkämpfe, sondern andere wichtige Dinge, die noch nicht spruchreif sind.“ Mitte Juni wird sich das Alpencup-Komitee wieder treffen und vielleicht gibt es ja dann bereits Neues.

 

Sicher scheint zu sein, dass Frankreich auch in der kommenden Saison bei keinem Alpencup dabei sein wird. Deutschland hat die Teilnahme an drei Alpencups signalisiert und auch die Italiener werden ihre Coppa-Italia-Termine den Alpencup-Terminen anpassen.

 

Die Austragungsorte sind noch nicht bekannt, aber Italien, Österreich und Deutschland werden Gastgeber sein. Fest steht auch schon, dass das Finale Mitte März nächsten Jahres auf der Pokljuka in Slowenien stattfinden wird.

 

Das Alpencup-Komitee unter Vorsitz von Ivan Lechthaler, der die Koordination des Alpencups mit großem Einsatz und immensem Aufwand, aber vor allem ehrenamtlich betreibt, hat erfreulicher Weise im Sinne des Biathlon-Nachwuchses den Stellenwert des Alpencups bestätigt.

 

Ilka Schweikl - biathlon-nachwuchs.de