Marko Danz hat Diplom-Trainer-Studium erfolgreich abgeschlossen

Marko Danz
Marko Danz

Der gute Einstand der Junioren beim Alpencup in der Lenzerheide mit einem Dreifach-Podest bei beiden Sprints dürfte insbesondere Marko Danz (44) stolz machen. Der Floh-Seligenthaler hat gerade erst seine dreijährige Ausbildung zum Diplom-Trainer des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) erfolgreich abgeschlossen - seit Oktober ist er fertig, zurück am Stützpunkt Oberhof und beim C-Kader Team, wo er für die jungen Männer verantwortlich ist.

 

Marko Danz ist nach dem Diplom-Trainer-Studium an der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes als Biathlon-Trainer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und in Pädagogik und Psychologie auch auf den Umgang mit jungen Sportlern bestens vorbereitet. Er ist ein ruhiger Typ, der nicht polarisiert und die Jungs vertrauen ihm.

 

Ilka Schweikl im Gespräch mit Marko Danz
Ilka Schweikl im Gespräch mit Marko Danz

Vom Biathleten zum Skitechniker

 

Marko Danz war früher selbst Biathlet, wurde 1993 mit der Staffel Thüringen Deutscher Meister in Bayerisch Eisenstein und hat 1995 seine aktive Karriere beendet. Aber einmal mit dem Biathlon-Virus infiziert, fällt der totale Rückzug aus dem Sport schwer. Danz war anschließend als Techniker beim DSV angestellt und bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano für die Sieger-Skier zuständig: Gold für die Damen- und für die Herrenstaffel.

 

Sein Knowhow als Wachser und Skitechniker hat sich auch am Wochenende beim C-Kader bestätigt. Beim Alpencup in der Lenzerheide hatten Marko Danz und sein Trainerkollege Kristian Mehringer ein gutes Händchen, als sie jeweils am Vorabend der beiden Sprints die Sieger-Ski präparierten.

 

Marko Danz und Rüdiger Schöllmann
Marko Danz und Rüdiger Schöllmann

Letzte „Großtat“ als Skitechniker

 

Aber nur ein guter Skitechniker zu sein war dem Thüringer nicht genug. Er kehrte dem Biathlon-Sport komplett den Rücken, machte eine Ausbildung zum Tischler, hat in diesem Handwerk den Meistertitel. Nach dem Schlenker in die freie Wirtschaft zog es ihn erneut zum Biathlon. Eine etwas andere Schiene. Er hat keine Behördenstelle, ist allerdings beim OSP (Olympiastützpunkt) Thüringen angestellt. Zehn Jahre war er dann als Techniker für schnelle Skier der Damen zuständig, war  nach Nagano 1998 auch noch bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 und 2010 in Vancouver als „Wachser“ dabei und zuletzt unterstützend in Sotschi 2014.

 

2012, in dem Jahr als Ruhpolding Biathlon-Weltmeisterschaften ausgerichtet hat und Magdalena Neuner (nun: verheiratete Holzer) ihren Rücktritt vom aktiven Biathlon-Sport erklärte, eine Zeit, in der ein Biathlon-Boom sondersgleichen in Deutschland herrschte, war es etwas leichter Sponsoren wie MAN oder Kögel für den Biathlonsport zu gewinnen. Nach dem Vorbild der norwegischen und der schwedischen Trucks entstand der 18 m lange Wachstruck der Deutschen, in dessen Innenleben Marko Danz seine langjährige Erfahrung einbrachte.

 

Der Kreis schließt sich

 

Für Marko Danz hat sich aber der Biathlon-Kreis bereits 2011 geschlossen. Nach dem Weggang von Jörn Wollschläger zur Schweizer Biathlon-Nationalmannschaft der Herren wurde die Stelle eines Stützpunkttrainers in Oberhof frei. Danz übernahm 2011 dort die Männer- und Junioren-Trainingsgruppe und hatte in dieser Zeit eine Doppelfunktion: Trainer in Oberhof und Skitechniker beim Damen-Nationalteam. Aber halbe Sachen passen nicht zu ihm. 2013 kehrte er noch einmal zurück auf die Schulbank und ließ sich an der Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Diplom Trainer ausbilden.

„Dem Ganzen noch eins draufsetzen“

 

Der „Diplom-Trainer des DOSB“ ist ihm aber noch nicht genug: Marko Danz will dem Ganzen noch eins drauf setzen und im nächsten Jahr den Bachelor in Sportwissenschaften an der Universität Leipzig absolvieren.

 

Von seiner Erfahrung, seinem Expertenwissen und seiner Philosophie profitieren nun in erster Linie die Männer- und Juniorentrainingsgruppe in Oberhof, die er zusammen mit dem Bundestrainer Mark Kirchner leitet, aber selbstverständlich auch die Junioren des C-Kaders.

Ilka Schweikl für biathlon-nachwuchs.de