Auftaktlehrgang des D/C Kaders in Mittenwald

Elf Nachwuchsbiathleten wurden vom Deutschen Skiverband zusammen mit den Nachwuchs-Langläufern zum einwöchigen Auftaktlehrgang nach Mittenwald eingeladen. Die jeweils besten jungen Sportler aus beiden Disziplinen können sich so untereinander messen und ihre Trainer können darüber hinaus wichtige Vergleiche ziehen. Der Trainingsverlauf ist ohnehin identisch; lediglich zwei Trainingseinheiten liefen während der Woche getrennt, wenn die Biathleten zu Komplexeinheiten am Schießstand in Seefeld waren und die Langläufer ihr spezifisches Training absolviert haben. So erlangen die Trainer Anhaltspunkte, wo sie ansetzen müssen in der täglichen Ausbildung. Entsprechende Auswertungen mit formulierten Schwerpunkten werden den Trainern auch bei der Frühjahrssitzung zur Umsetzung an den Stützpunkten an die Hand gegeben.

 

Bereits vor fünf Jahren hat man in Oberhof begonnen, die Philosophie des dualen Trainingssystems punktuell umzusetzen. Mittlerweile hat sich aber auch an anderen Stützpunkten der duale Trainingsbetrieb etabliert, erklärt uns Jesko Fischer, Trainer des D/C Kaders und der Jugend-Nationalmannschaft. Er und Ilmar Heinicke, Cheftrainer des Nachwuchses, sowie Stefan Laube, Biathlontrainer am Berchtesgadener Skigymnasium, betreuten die Biathleten. Cuno Schreyl, der die Nachwuchssportler disziplinübergreifend für die läuferische Entwicklung im Langlauf, Biathlon und Nordischen Kombination am Sportgymnasium Oberhof trainiert, die Langläufer.

 

Gut untergebracht waren die Lehrgangsteilnehmer in der Karwendel-Kaserne in Mittenwald, gelaufen und gerollert wurde in der Umgebung von Mittenwald und der so genannte Athletik-Test wurde in Garmisch-Partenkirchen, in einer Schulturnhalle durchgeführt. Hier ging es vor allem und athletische Voraussetzungen und Fähigkeiten, aber auch Schnelligkeit, Dehnbarkeit, Beweglichkeit, um Gleichgewichts- aber auch Kraftübungen, wie uns Jesko Fischer erklärte.

 

Die jungen Sportler haben sich richtig gequält und alles aus sich herausgeholt und als Belohnung sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Nach einer anstrengenden Bergtour nahmen auf dem Rückweg kurzerhand alle ein kühles Bad im Inn.

„Solche Programmpunkte planen wir natürlich mit ein, die jungen Sportler sehen sich ja in diesem Rahmen das erste Mal, der D/C Kader ist der erste Kader des Deutschen Skiverbandes, den die jungen Sportler auf dem Weg nach oben haben und wir, so Jesko Fischer, sind die ersten, die diese jungen Sportler betreuen, und da gehört auch Teambildung, sich kennen und verstehen lernen und miteinander Spaß haben dazu“.

Karin Orgeldinger, Sportdirektorin für den Bereich Nordisch/Biathlon beim DSV
Karin Orgeldinger, Sportdirektorin für den Bereich Nordisch/Biathlon beim DSV

In Mittenwald zu Besuch war auch Karin Orgeldinger, Sportdirektorin für den Bereich Nordisch/Biathlon beim DSV. Ein erstes persönliches Kennenlernen der jungen Sportler, bei dem sie auch viele Fragen beantwortet hat und gleichzeitig ihr Interesse an der Jugendarbeit vermittelte. Denn eines ist klar: Nur durch eine gezielte Nachwuchsarbeit wird die Grundlage für spätere deutsche Spitzenathleten und Erfolge geschaffen.

 

Magdalena Neuner zu Besuch in Mittenwald
Magdalena Neuner zu Besuch in Mittenwald

Zum Programm beim Auftaktlehrgang gehört auch alljährlich der Besuch eines erfolgreichen Sportlers. Nach Jens Filbrich und Andi Birnbacher in den Jahren zuvor kam in diesem Jahr die Olympiasiegerin und mehrfache Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner nach Mittenwald. Sie erzählte aus ihrem Sportlerleben: über Erfolge, Gefühle, Verletzungen, schöne und auch schwierige Phasen. Die Mädels und Jungs waren begeistert zu erfahren, wie bei ihr alles angefangen hat und bekamen auch wertvolle Tipps

 

Magdalena Neuner ist natürlich ein großes Vorbild aller Biathleten aber auch die vier Teilnehmer der Youth Olympic Games im Februar in Lillehammer: Juliane Frühwirt (SV Motor Tambach-Dietharz), Franziska Pfnür (SK Ramsau), Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Simon Groß (SC Ruhpolding) sind von ihren Leistungen her bereits Vorbilder für die Jüngeren. Juliane Frühwirt wurde Jugend-Olympiasiegerin im Sprint und mit der Mixed-Staffel holten die vier dort Silber.

Frühwirt, Pfnür und Riethmüller waren beim Auftaktlehrgang mit dabei; Simon Groß konnte wegen schulischer Verpflichtung nicht teilnehmen.

Dass der Lehrgang des D/C Kaders in Mittenwald reibungslos durchgeführt werden konnte, „haben wir Thomas Schöpf zu verdanken. Er hat alles super organisiert,“ so Jesko Fischer. Thomas Schöpf (Dipl. Trainer) betreut neben Bernhard Kröll die Trainingsgruppe Werdenfels. Und wenn sich Jesko Fischer schon bedankt, dann vergisst er nicht, sich im Namen des DSV-Betreuerteams bei den Landesverbänden für die Vor- und Nachbereitung des Lehrgangs zu bedanken. „Wir sind ja darauf angewiesen, dass uns die Landesverbände zuarbeiten und dass wir da eine gute Zusammenarbeit haben“, so Jesko Fischer abschließend.

 

Ob von den D/C Kaderathleten bei den Deutschen Biathlon-Meisterschaften in Altenberg und Oberhof jemand startet, steht noch nicht abschließend fest. Pflicht für alle ist allerdings der Nordcup in Willingen vom 30. September bis 3. Oktober 2016.

 

Von dort wird Biathlon-Nachwuchs ebenfalls berichten.

 

Am Lehrgang teilgenommen haben:

 

Aurich Julia (PSV Schwarzenberg eV), Juliane Frühwirt (SV Motor Tambach-Dietharz), Lena Hanses (DAV Ulm), Franziska Pfnür (SK Ramsau),

 

Barchewitz Max (SV Eintracht Frankenhain), Hollandt Julian (WSV Oberhof 05), Lechner Lucas (SC Ruhpolding), Lipowitz Philipp (DAV Ulm), Müller Christoph (SV Ruhpolding), Niggemann Christopher (SK Winterberg), Riethmüller Danilo (WSV Clausthal-Zellerfeld)

 

Eingeladen zum Lehrgang war ebenfalls Magdalena Liebscher; sie hat ihre Biathlonkarriere aber leider beendet.

 

Autor: Ilka Schweikl